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sheep near an oak in the sunset
Wort zum Sonntag am 1. August 2021

Weil es sich lohnt, zu bleiben

In einer Zeit des Wandels sehnen sich die Menschen nach Beständigkeit. Das kann Kirche bieten, in seit Kindheitstagen vertrauten Ritualen. Die klare, oft unbequeme Botschaft des Christentums ist den Gläubigen lieber als der unbeständige Markt an esoterischen Sinnangeboten.

Evangelium

In jener Zeit, als die Leute sahen, dass weder Jesus noch seine Jünger am Ufer des Sees von Galiläa waren, stiegen sie in die Boote, fuhren nach Kafarnaum und suchten Jesus. Als sie ihn am anderen Ufer des Sees fanden, fragten sie ihn: Rabbi, wann bist du hierhergekommen? Jesus antwortete ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid. Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt und die der Menschensohn euch geben wird! Denn ihn hat Gott, der Vater, mit seinem Siegel beglaubigt. Da fragten sie ihn: Was müssen wir tun, um die Werke Gottes zu vollbringen? Jesus antwortete ihnen: Das ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat. Sie sagten zu ihm: Welches Zeichen tust du denn, damit wir es sehen und dir glauben? Was für ein Werk tust du? Unsere Väter haben das Manna in der Wüste gegessen, wie es in der Schrift heißt: Brot vom Himmel gab er ihnen zu essen. Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel. Denn das Brot, das Gott gibt, kommt vom Himmel herab und gibt der Welt das Leben. Da baten sie ihn: Herr, gib uns immer dieses Brot! Jesus antwortete ihnen: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.

Johannes 6,24–35

„Der Glaube ist mir sehr wichtig, auch wenn ich nicht regelmäßig in die Kirche gehe. Die Christmette, die Osternacht, eine feierliche Messe, da freue ich mich drauf. Der Kommunion­empfang ist ein ganz besonderer Augenblick für mich, schon seit meiner Kindheit.“

In meiner pastoralen Arbeit höre ich solche Aussagen oft. Unsere Kirche lädt immer wieder zu Momenten ein, welche die Menschen auch im Jahr 2021 sehr berühren. Taufen, Trauungen, Eucharistiefeiern und andere Angebote sind ein Grund, warum viele der Kirche nicht den Rücken kehren.

Immer öfter sprechen Gläubige aus, warum sie in der Kirche bleiben. Zunächst erkennen viele das Engagement der Kirche an. Die Kirchen sind Träger zahlreicher sozialer und caritativer Einrichtungen. Kindergärten, Schulen, Pflegeheime, Beratungsstellen, Seelsorge in der Pfarrei und vieles mehr. Diese Dienste könnte der Staat alleine nicht leisten. Andere erleben Menschen im kirchlichen Umfeld, die ihnen die Nächstenliebe Jesu greifbar machen. In Deutschland engagieren sich rund 1,7 Millionen Menschen ehrenamtlich in kirchlichen Einrichtungen. Ihre Arbeit motiviert, unserer Glaubensgemeinschaft weiterhin anzugehören.

In einer Zeit des Wandels sehnen sich die Menschen nach Beständigkeit. Das kann Kirche bieten, in seit Kindheitstagen vertrauten Ritualen. Die klare, oft unbequeme Botschaft des Christentums ist den Gläubigen lieber als der unbeständige Markt an esoterischen Sinnangeboten.

In unserem Bistum gibt es zahlreiche Pilgergemeinschaften. Es werden immer mehr. Der Kreuzberg, das Würzburger Käppele und andere Wallfahrtsorte sind beliebte Pilgerziele. Auch im Gemeindeleben fühlen sich viele Menschen wohl und bereichern es durch ihre Mit­arbeit in Pfarrgemeinderäten, in der Familien- oder Seniorenarbeit. Wir müssen nichts schönreden: Die Zahl der Austritte ist auf einem hohen Niveau angekommen. Missbrauchsfälle, die Rolle der Frau in der Kirche, die Reihe der Anfragen und Anklagen ist lang. Gut, dass wir in einer Zeit leben, in der sie klar benannt werden. Gut, dass die Kirche sich auf den Weg machen muss und macht. Ein gutes Signal setzt der Synodale Weg, in dem für unser Land stimmige Konzepte für die Kirche von morgen gesucht werden.

Ich selbst fühle mich in der Kirche gut aufgehoben, weil ich weiß, wer mich darin hält: Gott, der uns vorbehaltlos liebt, mit dem, was gelingt, und dem, was wir besser machen müssen. Jesus, der für uns das Brot des Lebens sein will, eine Kraftquelle gerade in den Durststrecken des Lebens. Der Heilige Geist, der uns manchmal über die eigene Energie staunen lässt. Ich wünsche uns weiterhin die Kraft für ein Ja zum Glauben und zu unserer Idee von Kirche. Weil es sich lohnt.

Isabella Friedrich ist Gemeindereferentin in der Pfarreien­gemeinschaft Main-Steigerwald und Familienseelsorgerin im Dekanat Haßberge.

Das "Wort zum Sonntag" erscheint wöchentlich im Würzburger katholischen Sonntagsblatt.

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